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Elektromobilität und Ladeinfrastruktur im Praxistest

Unser Fazit nach einer E-Mobilitätsrally zum Tegernsee

Am 8. August 2019 fand am Münchner Standort unser jährliches Teamevent statt – dieses Jahr in Form einer E-Mobilitätsrally. Ausgestattet mit BMW i3s, diversen Aufgabenstellungen und ausreichend Brotzeit starteten acht Teams in Richtung Zielort – dem Tegernsee. Die Nutzung von Autobahnen war verboten und ein möglichst niedriger Energieverbrauch wurde als oberstes Ziel gesetzt. Um die Rally von Beginn an möglichst herausfordernd zu gestalten, starteten alle Teams mit (fast) leeren Batterien und Restreichweiten von rund 20 Kilometern.  Drei Teams berichten im folgenden Artikel über ihre Erfahrungen, über Hindernisse und was sie an Erkenntnissen aus der Rally mitnehmen konnten.

Thiemo, einer unserer Key Account Manager, berichtet als Erster aus seinem Team „Lucky“:

„Auch wir starteten mit einer sehr geringen Reichweite und mussten nach kurzer Zeit die erste Ladestation aufsuchen. Um möglichst schnell wieder mit vollem Akku weiterfahren zu können, entschieden wir uns für einen DC-Charger*, den wir über die ChargeNow App gefunden haben. Unser Ziel war der Kundenparkplatz eines großen Discounters. Doch dort folgte erst einmal die Ernüchterung. Ein großes Schild wies uns darauf hin, dass die Ladestation defekt war und nicht genutzt werden konnte. Wir waren schon etwas verzweifelt, doch dann kam die rettende Idee!  Da der BMW i3 sowohl mit Gleichstrom als auch Wechselstrom geladen werden kann, haben wir uns gedacht: „No risk, no fun“ – probieren wir den CCS-Stecker, möglicherweise funktioniert ja nur der AC-Anschluss nicht. Und so war es dann tatsächlich auch. Der CCS-Ladestecker funktionierte einwandfrei und wir konnten unser Auto problemlos vollständig laden. Mit vollem Akku ging die Reise dann weiter. Ohne Probleme erreichten wir als drittes Team den Tegernsee.“

Was haben wir dabei gelernt?

Auch große Discounter haben noch einen hohen Beratungsbedarf, wie Laden wirklich funktioniert und welche Hardware vor Ort verbaut ist.

Das Team „Game On“ war dagegen wie vom Pech verfolgt. Unsere Produktmanagerin Mona erzählt uns von ihrer Odyssee zum Tegernsee und was sie daraus gelernt hat:

„Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass unserem Team mehr oder weniger drei E-Mobilitäts-Laien zugeteilt wurden. Niemand von uns hat jemals geladen und es erwies sich für uns nicht unbedingt als selbsterklärend. Unser erster Gedanke: Raus aus München, weil dort vermutlich bereits alle DC-Charger von unseren Kollegen belegt sind. Wir steuerten einen AC-Charger an, um während der Ladezeit unsere anderen Rally-Aufgaben zu erledigen. Das Navigationssystem des i3 führte uns allerdings direkt in eine private Hofeinfahrt – dort konnten wir natürlich nicht laden. Kein Problem, der zweite AC-Charger lag nicht weit entfernt und mit unserer Reichweite konnten wir gerade noch dorthin gelangen. Das Ladekabel war angesteckt, die Ladesäule meldete, dass das Auto geladen wird und wir erledigten ruhigen Gewissens unsere Teamaufgaben. Doch dann folgte die Ernüchterung – nach 45 Minuten an der Ladestation hatten wir nur etwa fünf Kilometer Reichweite hinzugeladen. Damit war es uns nicht möglich einen DC-Charger zu erreichen. Wir benötigten also eine Alternative und fanden diese im Nachbarort. Leider hielt unsere Pechsträhne weiter an und wir konnten uns weder mit unserer Ladekarte authentifizieren noch die Option „direct payment“ zur Kreditkartenzahlung auswählen. Bei einer weiteren Ladestation in der Nähe wiederholte sich das Problem und wir fuhren wieder zurück zur ersten Station im Ort. Nach langen Telefonaten mit Kollegen und Kontakten beim Ladesäulenbetreiber wurden wir schlussendlich für die Ladesäule freigeschaltet. Aber auch hier lag der Teufel im Detail, denn die Aufkleber auf der Ladestation wiesen die Ladepunkte 1 und 2 falsch aus, was zu großer Verwirrung bei der Freischaltung dieser führte. So weit so gut. Wir steckten den i3 erneut an, konnten uns authentifizieren und beobachteten eine Viertelstunde lang den Ladevorgang, um sicherzugehen, dass dieses Mal auch wirklich geladen wird – und so schien es auch. Zeit für eine Kaffeepause. Als wir eine halbe Stunde später zurück an die Ladestation kamen, erreichte uns die nächste Hiobsbotschaft: „Ladevorgang abgebrochen. 2 % geladen. Bitte abstecken.“ Unsere letzte und einzige Chance, die Rally überhaupt noch zu beenden, war ein DC-Charger. Unsere Reichweite betrug nun laut Anzeige 16 Kilometer und die Ladestation lag ebenfalls genau 16 Kilometer entfernt. Wir setzten alles auf eine Karte, schalteten Radio und Klimaanlage aus und rollten mit letzter Energie an die Autobahnraststätte. Endlich konnten wir das Auto schnell und zuverlässig laden und trafen mit über drei Stunden Verspätung bei unseren Kollegen am Tegernsee ein.“

Was ich persönlich aus der Rally mitgenommen habe?

„Lade nicht an einer AC-Ladestation, wenn du schnell weiterkommen willst, setze beim (E-) Autokauf auf eine hohe Reichweite und Ladeleistung, aber vor allem: Plane Wegstrecken vorausschauend. Bei längeren Reisen sollte man sich über Lademöglichkeiten entlang der Strecke informieren, mit voller Batterie starten und nicht auf gut Glück losfahren.

Sollte man also doch besser auf den „sicheren“ Verbrennungsmotor oder einen Hybridwagen setzen anstatt auf ein batterieelektrisches Auto? Wir finden nicht! Bei vielen Teams lief nämlich alles rund – so wie beispielsweise im Siegerteam „Level up“. Lest hier, was ich selbst zu meiner ersten direkten Begegnung mit der Elektromobilität zu erzählen habe:

Mit zwei Personalerinnen und zwei E-Mobilitätsexperten im Gepäck startete das Team „Level Up“ ins Rennen. Zugegebenermaßen keine schlechte Ausgangssituation, auch wenn wir das ältere i3-Modell mit geringerer Reichweite zugewiesen bekamen. Mithilfe einer App fanden wir schnell den nächsten freien DC-Charger und konnten dort angekommen unsere Batterie vollständig aufladen. Doch auch bei uns lief nicht alles reibungslos. Nach dem Ladevorgang ließ sich das Auto nicht mehr starten, aber Gott sei Dank fanden wir schnell die Ursache dafür: die Batterie des Fahrzeugschlüssels war leer. Mit einer neuen Batterie aus dem nahegelegenen Drogeriemarkt und einer YouTube-Anleitung für den Batteriewechsel konnten wir das Problem schnell lösen und wir waren zurück im Rennen. Das vierblättrige Kleeblatt, das wir kurz zuvor im Fußraum fanden, sahen wir als gutes Omen! Alle Aufgaben erledigten wir im Eiltempo, tanzten Macarena, sendeten Postkarten an unsere beiden Standorte in Berlin & Köln, bemalten unseren Team-Stoffbeutel, machten ein Gruppenfoto an einer Zwischenstation und erreichten den Tegernsee als erstes Team! Dort haben wir den BMW i3 an eine Ladesäule angesteckt, damit die Heimfahrt gesichert ist und ließen dann den Tag mit Brotzeit und Minigolf ausklingen.

Was ich aus dem Teamevent mitgenommen haben?

E-Mobilität macht Spaß und auch als Laie muss man keine Berührungsängste haben. Einen Experten an der Seite zu haben kann aber trotzdem nie schaden.

*  Was die Begriffe AC- und DC-Laden bedeuten, kann auf unserer Webseite nachgelesen werden (Im Unterpunkt „Zentrale Themen“: AC-Laden oder DC-Laden? Was ist das Richtige für meinen Standort?)

[https://www.digital-energysolutions.de/beratung-planung/]

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