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Neue Energieaudit-Vorgaben 2019 – Die wichtigsten Fakten zum Kabinettsentwurf EDL-G sowie zum neuen Leitfaden der DIN EN 16247-1

  • Die Vorgaben für die Durchführung von Energieaudits werden überarbeitet.
  • Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Qualität des Energieaudits 2019 deutlich zu steigern.
  • In bestimmten Fällen ist die Anwendung des Multi-Site-Verfahrens im Vergleich zum Energieaudit 2015 nicht mehr zulässig.
  • Die Unternehmen werden dazu verpflichtet, innerhalb von zwei Monaten nach Durchführung des Energieaudits dies dem BAFA mitzuteilen.
  • Wegfall einer Fristverlängerung zur Durchführung des Energieaudits.
  • Einige Unternehmen werden durch die Einführung einer Verbrauchsgrenze von der Energieauditpflicht freigestellt.
  • Energieaudits dürfen grundsätzlich weiterhin nur durch beim BAFA akkreditierte Auditoren durchgeführt werden.

Auch bei der Durchführung des Energieaudit gemäß der DIN EN 16247-1 wurden von Seiten des BAFA einige Änderungen vorgenommen, welche im Gegensatz zum Kabinettsentwurf bindend und ab sofort gültig sind.

  • Einführung der Kapitalwertmethode anstelle der Kapitalrentabilität für die Erstellung der Wirtschaftlichkeitsberechnungen
  • Einführung neuer Strukturen innerhalb des Auditierungsprozesses

Kabinettsentwurf EDL-G – Energieaudit 2019

Aktuell wird das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) von der Bundesregierung überarbeitet. Grund hierfür sind die Erfahrungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), zur Umsetzung der Regelungen hinsichtlich §8ff, aus der ersten Verpflichtungsperiode 2015. Der neue Gesetzestext geht in einigen Punkten wesentlich detaillierter auf konkrete Fallbeispiele oder Themen ein. Neben diesen Klarstellungen wird es auch eine für alle betroffenen Unternehmen wesentliche Änderung geben. Die Bundesregierung strebt nämlich „eine Verbesserung der Vollzugstransparenz durch die Einführung einer Online-Erklärung“ an. Zusätzlich werden einige Unternehmen von der Auditpflicht befreit. Was sich dadurch konkret für Ihr Unternehmen ändert, erläutern wir nachfolgend.

Erhöhung der Qualitätsansprüche

Zum Start der zweiten Auditperiode am 13. Februar 2019 wurde ein neuer Leitfaden des BAFA für die Energieaudits 2019 nach DIN EN 16247-1 veröffentlicht. Dieser neue Leitfaden soll die Qualität der Audits im Vergleich zur ersten Periode deutlich steigern. Die Änderungen betreffen den gesamten Auditprozess, bis hin zum Abschlussbericht, und sind ab sofort gültig. So wird in der aktuellen Auditperiode vermehrt Wert auf die Erstellung von Lastprofilen der verbrauchten Medien und der Bildung von belastbaren Kennzahlen gelegt.

Es werden auch tiefgreifende Erweiterungen hinsichtlich der durchzuführenden Wirtschaftlichkeitsberechnung für Optimierungsmaßnahmen eingeführt. Im letzten Leitfaden wurde ausschließlich die Kapitalrentabilität anhand der „Return on Invest“ (ROI) – Methode gefordert. Hierbei wurde die Einsparung durch den Kapitaleinsatz dividiert. Nun wurde diese Berechnung durch die Kapitalwertmethode ersetzt, zudem muss der interne Zinsfuß der Energieeffizienzmaßnahmen dargestellt werden.

Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsberechnung muss außerdem aufgezeigt werden, welche Fördermittel für die jeweiligen Einsparmaßnahmen genutzt werden können.

Außerdem erhält der gesamte Auditierungsprozess neue Strukturen. Konkret wird nun gefordert, dass der Auditierungsprozess anhand einer vorgeschriebenen Agenda abgearbeitet wird. Das bedeutet, dass der Auditor ab sofort dazu verpflichtet ist, im Vorhinein einen bindenden Zeitplan zu erstellen und seine Aktionen zu beschreiben und zu begründen. Zudem wird von ihm gefordert, auch die Beratungsgespräche detailliert zu protokollieren. Des Weiteren müssen die Energieeinsparungen nicht nur besser nachzuvollziehen sein, sondern in der Energiebilanz wesentlich detaillierter dargestellt werden.

Wegfall des Multi-Site-Verfahrens

Außerdem wird im neuen Leitfaden vom Februar 2019 auch auf eine Neuerung hingewiesen, die im Vergleich zur Verpflichtungsperiode 2015 für einige Unternehmen den Umfang der Auditierung deutlich erweitern wird. Das BAFA nennt für die aktuelle Periode einige exemplarische Beispiele für die Anwendung des Multi-Site-Verfahrens, aber auch Beispiele, für die dieses Verfahren ausgeschlossen wird.

Neue Mitteilungspflicht für Unternehmen

Weiterhin sieht der Kabinettsentwurf vor, eine Online-Erklärung einzuführen, in der Details zum Energieaudit direkt abgefragt werden. Dies bedeutet, dass alle betroffenen Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet werden, das BAFA zwei Monate nach der Durchführung des Energieaudits über das Ergebnis des Audits zu informieren. In der Vergangenheit wurden diese Daten ausschließlich per Stichprobe vom BAFA überprüft, mitteilungspflichtig waren sie erst, wenn sie nach dem Bericht gefragt wurden.

Innerhalb der vergangenen Auditperiode gab es in einigen Fällen eine Frist von bis zu sechs Wochen, die es dem jeweiligen Unternehmen ermöglichte, das Audit kurzfristig nachzuholen. Dies ist mit der Erweiterung des Gesetzestextes nicht mehr möglich. Zudem kann das BAFA mit Hilfe der neu geschaffenen Transparenz direkt auf Unternehmen zugehen, die keinen Auditbericht vorgelegt haben. Kommt ein Unternehmen seiner Mitteilungspflicht nicht nach, sind Strafzahlungen von bis zu 50.000 € möglich.

Entlastung einiger Unternehmen

Eine weitere wesentliche Änderung des Gesetzes führt zu einer Entlastung einiger Unternehmen, die in der vergangenen Periode noch der Auditpflicht unterlagen. Denn die Bundesregierung hat den Paragrafen 8 um den Absatz 4 ergänzt. Dieser besagt, dass Unternehmen, die einen Gesamtenergieverbrauch von 400.000 Kilowattstunden oder weniger haben, in Zukunft von der Energieauditpflicht befreit werden. Dadurch werden laut Angaben der Bundesregierung etwa 2.800 Unternehmen entlastet. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Unternehmen davon profitieren kann, kontaktieren Sie uns gerne.

Wir bieten Ihnen hierfür einen kostenlosen Audit-Check an. Zudem werden wir Sie über die Ergebnisse der Diskussion um die Veränderungen des Gesetzes selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

 

KONTAKT

Digital Energy Solutions GmbH & Co. KG
E-Mail: beratung@digital-energysolutions.de
Telefon: +49 89 2488 377 32
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